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Doch es belibt offen, wann sich ein Mensch herabgesetzt fühlt. Dies kann auch bei berechtigter Kritik sein. Diese Definition ist schwammig, unterscheidet sich nicht von allgemein bekannten diskreten Schimpfwortermini, schafft Rechtsunsicherheit beim Bürgern, bei Staatsanwälten, Verteidigern und ein Klima der Einschüchterung.
Hassrede bleibt deshalb rein subjektiv. Hass an sich ist ein Gefühl. Im allgemeinen bedeutet der Begriff Hass das Gegenteil von Liebe. Liebe in seinem eigentlichen Sinne und wahrheitlichen Gehalt ist das Gefühl oder Bewusstsein mit jemanden oder mit dem was geliebt wird, verbunden zu sein. Hasst jemand jemandem, so gibt er zu bekunden, dass er sich mit dem Hassobkjekt nicht verbunden fühlt, von ihm abgestossen fühlt. Ein Gefühl aber kann nicht verboten werden. Es ist in der Welt, nur Handlungen, die ja nicht mehr subjektiv, sondern diskret sind, können von aussen unterbunden werden.
Die Ministerien der Bundesregierung führen als weitere Argumentation an, dass die Hassrede oder die Hetzrede der Vorläufer von realen Straftaten sei und deswegen zu unterbinden oder zu verfolgen ist. Diese Argumentation ist einerseits bemerkenswert, da, wie gerade ausgeführt, ein menschliches Gefühl behördlich durch schlichtes Verbot nicht einfach verhindert oder unterbunden werden kann. So kann das Gefühl Hass zwar verdeckt werden, aber wenn es wirklich ein Vorläufer von realen Handlungen sei, nur zurückgehalten werden, bis die reale Handlung (z.B. Körperverletzung) ausbricht.
Andererseits könnte doch vielmehr die Hassrede oder Hetzrede ein Ventil im Sinne von <Bellende Hunde beissen nicht> sein. Menschen, die ihre Gedanken, Gefühle und Meinungen mitteilen können, machen einen Prozess der Psychehygiene resp- Reinigung durch. Dieser Prozess unterbindet ein Anstauen von unguten Gefühlen, die dann eben einmal in Form von expliziten Gewalttaten ausbrechen. Denken Sie dabei beispielsweise an die vielen Amokläufer. Von den Persönlichkeiten sind dies in überwiegendem Masse sehr ruhige, introvertierte, in sich verschlossene Menschen, die sich nicht getraut haben, jemals ihr brodelndes Innenleben Aussenstehenden mitzuteilen. Jeder versierte Psychologe würde also die Hassrede oder Hetzrede als eine Art Gesprächstherapie in der Öffentlichkeit ansehen. Selbst wenn Sie mich hassen, könnte ich das nicht verhindern. Es wäre Ihr ureigenes persönliches Gefühl und mir wäre es lieber, Sie sagen es mir ins Gesicht, als dass Sie verlogen Ihre Gefühle mit sich tragen und irgendwann deswegen handgreiflich werden, mich strafrechtlich verfolgen oder zum psychologischen Therapiefall werden.
Einen weiteren Punkt, der für Sie sicher sehr unangenehm ist, möchte ich zum Thema aufbringen. Während des dritten Reiches wurden anderweitige Meinungen auch mit der Begründung des Hasses oder Sympatisierens mit politisch regierungsfernen Vereinigungen unter Strafe gestellt. Die Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit in den letzten Jahren folgt schlicht demselben Prinzip, nur in umgekehrter Richtung. Was nicht politisch korrekt ist, was rechtskonservativ ist, kann schnell als Hassrede eingestuft werden. So wäre ein Verweis auf Statistiken, die bestimmte Personengruppen der Gesellschaft eine höhere Kriminalitätsrate belegen als Hass- oder Hetzrede einstufbar. Auch wenn ich der Erdenmenschheit im Gesamten oder bestimmten Bevölkerungen in Nordafrika oder Asien eine nachweislich hohe Geburtenrate für ihr ganzes Elend bescheinige und dies


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