Lippenbekenntnisse meiner Generation

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Jede Generation hat seine eigenen Herausforderungen und Prägungen. So wandeln sich über die Zeiten auch die Prioritäten und die Thematiken, die den meisten Menschen meines Alters wichtig sind und am Herzen liegen. Im Vergleich zu früheren Generationen ist meine Generation jedoch grossteils, was die innere Ausrichtung betrifft, ziellos und nur auf das kurzfristige eigene egoistische Wohl bedacht.

Die Fähigkeit langfristig zu denken und zu handeln ging durch die modernen Verlockungen unserer heutigen Wohlstands- und Spassgesellschaft verloren. Meine Generation kennt kaum gemeinsame Bestrebungen mehr und ist somit im Gesamten orientierungslos. Frühere Generationen hatten beispielsweise durch Kriege und Hungersnöte grobe Einschnitte in ihr Leben, wodurch neue Lehren gezogen wurden. Die jetzige Generation in Mittel- und Westeuropa hat üblicherweise nur materiell keine gesellschaftlichen Katastrophen zu verzeichnen, im Inneren verrohen aber die Werte und Prinzipien, die so überhaupt nicht mehr mit den Gesetzen des Lebens konform gehen. Diese Entwicklung wird sich vor dem Hintergrund der anwachsenden Erdbevölkerung noch an uns selbst und unseren Kindern rächen und grosses Leid herbeiführen. Dies möchte ich durch eine Gegenüberstellungen mit den zwei vorherigen Generationen beweisen.

Die Generation meiner Grosseltern, die das Alter von ca. 35 Jahren in den 30er, 40er und 50er Jahren hatte, war überwiegend damit bemüht, sich durch landwirtschaftliche Arbeit oder ein solides Handwerk Tag ein, Tag aus ihr täglich Brot zu verdienen. Die ganze Familie stand regelmässig morgens um 5 Uhr auf und noch bevor die Schule begann, halfen die Kinder im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit. Die Kühe hatten vor dem Schulbeginn gemolken zu werden und auf dem Hof mussten noch notwendige Arbeiten verrichtet werden. Nach der Schule und den Hausaufgaben gingen auch die Schüler auf dem Land nachmittags auf das Kartoffelfeld um Unkraut zu jäten, Kartoffeln zu ziehen oder Hopfen zu ernten und sich ein paar Pfennige hinzuzuverdienen. Nur eine kleine Schicht des Bürgertums hatte die finanziellen und standesmässigen Möglichkeiten, sich durch ein Studium fortzubilden und dann einen höhergestellten Beruf in der Stadt auszuüben. Diese Möglichkeiten wurden dann auch ergriffen um die Errungenschaften von Physikern, Mathematikern, Elektrotechnikern, Maschinenbauern und Ingenieuren dem Gemeinwohl zugänglich zu machen. So wurden vorallem durch die Mittel- und Oberschicht in den Städten die Grundlagen für den aufkommenden Wohlstand der Gesellschaft geschaffen. Maschinen wurden produziert und die Errungenschaften der modernen Technik durchdrangen Regionen abseits der grossen Städte. Die harte und auslaugende körperliche Arbeit auf dem Feld und Hof wurde weniger,

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