Offener Brief an die Beschäftigten in Rüstungsfirmen

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Lieber Ingenieur, Monteur, Informatiker, Meister, Techniker, Buchhalter, Sekretär usw. usf., welche ihr männlichen, weiblichen oder diversen Geschlechts seid und in der Rüstungsindustrie arbeitet: Dieser Brief gilt euch. Es sind militärisch aktive Zeiten nicht nur im Osten Europas und im Nahen Osten, in Israel und in Gaza. Euer Geschäft boomt und Eure Auftragsbücher sind prallst gefüllt, ihr kommt mit der Konstruktion und Fertigung nicht mehr hinterher. Ihr sucht nach vielen neuen Ingenieuren und Mitarbeitern auf Euren Internetzseiten, über Arbeitsvermittler, auf Stellenbörsen und Absolventenmessen. Doch was vordergründig für Euer Geschäft gut erscheint ist doch mittlerweile bemitleidenswert, wie ich später im Text erklären werde. Als ihr eingesessenen und altbewährten Firmenarbeiter vielleicht vor Jahrzehnten bei Rheinmetall, Diehl, Raytheon, Airbus Defense, KNDS, Thyssen Krupp, Taurus Systems. MBDA oder auch bei kleineren Zulieferfirmen angefangen habt, da konntet ihr vielleicht noch sagen, dass Eure Arbeit einen Sicherheitsaspekt für Deutschland hätte. Eine gewisse passive Verteidigungsfähigkeit könne oder müsse ein Land oder eine Staatenunion immer vorhalten. Einige militärische Gerätschaften und Transportflugzeuge wurden von der Bundeswehr teils sogar für humanitäre Zwecke in von Naturkatastrophen zerstörten Regionen eingesetzt. Ihr konntet vielleicht mit einigermassen gutem Gewissen arbeiten, denn es gab eine deutsche Bundesregierung, die sich strenge Ausfuhrbeschränkungen von Waffenmaterial und Komponenten auferlegte. Jeder Export musste behördlich abgesegnet werden und es gab Krisenländer mit laufenden Kriegen oder mit Terroristen, in die ein Export verboten war. Wer dagegen verstoss, also ohne Bundesregierungsfreigabe auch nur ein elektronisches oder hydraulisches Bauelement in ein solch ‹verbotenes Land› zu liefern, der war selbst geliefert und zwar finanziell. Auch Gefängnisstrafen für Firmenchefs wurden verhängt. Doch das ist alles Jahrzehnte vorbei. Damals hättet ihr es schon wissen können, wenn ihr euch ein paar eigene Gedanken gemacht und selbst nachgedacht hättet, dass über den Umweg der Bundeswehr und NATO Eure Systeme schon damals auch in die USA umgeleitet wurden, die mit Euren Produkten überall auf der Welt Bürgerkriege anzetteln, Terroristen bewaffnen, Kriege führen und abertausende Zivilisten ermorden, weil sie eben Eure Waren nicht zur passiven Verteidigungsfähigkeit nutzen, sondern zum imperialistischen Angreifen, Unterwerfen, Stürzen von vom Volk gewählten Regierungen und zum Töten von Zivilisten. Sogar von Deutschland aus in Ramstein. Aber wie gesagt, ihr konntet die Verantwortung an eine Bundesregierung mit ihren Ausfuhrbeschränkungen abwälzen, was Euren Gang die Büros, Fertigungshallen und Labore sicherlich erleichterte.
 
 
Der Sicherheitsaspekt und die passive Verteidigungsfähigkeit sind seit Jahren nicht mehr gegeben. Deutschland führt mit der aktuellen Bundesregierung und der EU in der Ukraine einen Angriffskrieg gegen die vielen Ethien und Bevölkerungen des Vielvölkerstaates Ukraine, genauso wie es die installierte NAZI-Regierung in Kiev haben will. Die waffenlieferungsbezogenen Dämme sind in Deutschland gebrochen. Die Bundesregierung selbst beteiligt sich ohne Umwege an Waffenlieferungen in die Ukraine oder in den Nahen Osten. Von der Ukraine werden sie auch an Drogenkartelle nach Mexiko weiterverkauft. Finanzielle Strafen oder Gefängnisaufenthalte für Firmenverantwortliche gibt es weiterhin für den, der an die «falschen» liefert, die da aber eigentlich nur noch wären Russland oder China. Doch bei Kriegstoten gibt es keinen falschen und keinen Unterschied. Der Tod ist der grösste Gleichmacher, weil es im Endeffekt keinen besseren oder schlechteren Toten gibt. Kriegstote sind immer ein Armutszeugnis der menschlichen Zivilisation. Und ihr beteiligt euch aktiv daran mit der Konstruktion und Fertigung von Waffen bei einer kriegsgeilen und waffenliefernden deutschen Bundesregierung. Ihr wisst ganz genau, dass Eure Fertigungen nach dem Verlassen Eures Betriebsgeländes in wenigen Monaten an der Front in der Ukraine oder im Gaza zum Einsatz kommen und unmittelbar, meist völlig unbeteiligte und unschuldige Menschen töten, verstümmeln oder foltern werden. Ja gut, ihr könnt weiterhin sagen: «Waffen und Gegenstände töten nicht Menschen, es liegt immer am Anwender, was er damit macht!». Dieses Freikaufen des Gewissens ist zu einfach, denn so argumentieren auch Drogendealer, die wohlwissend die letzte tödliche Dosis an einen Junkie verkaufen, welcher sich die letzte Dosis dann selbst spritzt oder sie schluckt.
 
 
Einen weiteren Betrug, den ihr an Eurem Gewissen, also an Eurer inneren Stimme begeht, ist der, wenn ihr sagt, dass Ihr eine Familie zu ernähren habt. Also kann man sagen, dass Ihr das Ermorden, Foltern, Verstümmeln und Vergewaltigen mit Waffengewalt von Kindern, Müttern, Schwangeren, Mädchen, Buben und Vätern in 2.000 oder 3.000 Luftkilometern Entfernung guten Gewissens in Kauf nehmt, damit ihr nach der Arbeit beim Abendbrot oder beim Sonntagsmahl am Tisch ein heimeliges, friedliches und intaktes Familienleben vorgaukelt, wo doch Euer materieller Wohlstand über die Rüstungsindustriegehälter auf Lug und Trug, Mord und Völkermord nur wenige 1.000 km entfernt aufgebaut ist, wenn ihr genauer hinsehen würdet oder die Wahrheit nicht verdrängen würdet. Prinzipiell unterscheidet Euch das nicht von der Waffenwirtschaft im Dritten Reich. Auch damals wurden von Hitler und den NAZIs die Fertigungen in der Waffenindustrie auf eine ungemein höhere Drehzahl beschleunigt und ganze Industriezweige wurden zu Waffenfertigungsindustrien umgerüstet. Ganz aktuell soll die niedergehende deutsche Automobilindustrie nach Ansinnen unserer Neu-NAZIs in der Bundesregierung jetzt Waffen für den Krieg gegen Russland herstellen. Eben wie unter Hitler. Das schafft Arbeitsplätze, und Arbeitsplätze sind doch gut, auch wenn dafür getötet werden muss, stimmt’s? Und wieso bezeichne ich die Regierungsheinis in Berlin und viele Ministerpräsidenten in Deutschland als Neu-NAZIs? Ganz einfach. Weil sie sich empören, wenn über Frieden verhandelt wird, weil sie effektive Diplomatie ablehnen, weil sie Russenlandhasser, also Rassisten sind, weil sie Kriegswirtschaft statt soziale Marktwirtschaft betreiben, weil sie mit Waffenindustriefirmen als Lobbyisten oder Aufsichtsräte korrupt verbunden sind und über Umwege Schmiergelder von Euren Firmen erhalten, weil sie die altbekannten Methoden der Kriegspropaganda nutzen, eine politische Justiz installiert haben, die Medien für ihre Propaganda gleichgeschaltet haben, die Opposition und das Volk von Entscheidungen ausgeschlossen haben usw. usf. Und mit diesen Neu-NAZIs macht ihr Geschäfte und lasst euch von denen aushalten. Wie armselig.
 
Die Beihilfe zum Mord bleibt dieselbe. Egal ob in Ramstein der Knopf in 2.500 km Entfernung gedrückt wird oder in 1 Meter Entfernung der Abzug einer Pistole gedrückt wird. Euer System in Ramstein ist eben vordergründig und erstlich für die Psyche besser verdaulich. Denn dieser Kriegsmord ist für Euch anscheinlich unpersönlicher. Aber Mörder bleibt Mörder und Mordsgehilfe bleibt Mordsgehilfe. Momentan versucht ihr Eurem Gewissen kein Gehör zu schenken. Ihr verdrängt es oder versucht es stumm zu schalten. Ihr findet Ausreden, Ihr lenkt Euch mit Arbeit und Beschäftigung ab, doch habt ihr keinen inneren Frieden. Dennoch habt ihr alle einen unruhigen Schlaf und macht Euch Gedanken über die Auswirkungen Eurer Arbeit, solange ihr keine Vollblutpsychopathen seid. Je älter und weiser ihr werdet, je mehr ihr Eurer inneren Stimme und Eurem Gewissen Raum gebt, desto mehr werdet ihr vielleicht den Weg der Harmonie, der Wahrheit und des Friedens gehen. Dann erkennt ihr vielleicht, dass der kurze materielle Wohlstand Eurer Familie nur kurzweilig war, weil die Folgen Eurer Waffenfertigung für eine Kriegsregierung euch einholen werden, indem Euch Eure oder ähnliche Waffen selbst treffen werden. Dann ist es aber leider zu spät für Euch, Eure Ehefrauen, Ehemänner und Kinder.
 
 
Also was kann die Lösung sein? Ihr, welche Ihr doch technisch so klug seid habt es doch gar nicht nötig, Euch mit einer so inkompetenten Regierung abzugeben. Stellt Eure Firmen soweit es geht auf Forschung und technische Entwicklung für den Bürger um, anstatt sie mit Euren Produkten in den Tod zu schicken. Entwickelt fortschrittliche Technik für die Gesundheit und den Wohlstand der Menschen, die nicht zum Töten und Foltern eingesetzt werden kann. Bleibt Rüstungsunternehmen, die aber ohne Waffen die Bürger für die Gesundheit und den Wohlstand technisch aufrüsten. Oder auch zur Entdeckung und zum friedlichen Bereisen des Weltalls. Das ingenieurstechnische und wissenschaftliche Potential dafür ist in einigen Firmen Eures Industriezweiges vorhanden. Lasst die Gelder der Bundesregierung oder der Bundeswehr links liegen. Momentan erscheint dies noch ein Wunschtraum, so dass der einzelne Beschäftigte wohl nur durch Kündigung ausbrechen kann. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich dies lohnen kann. Vielleicht nicht finanziell, doch andere Anstellungen in ganz anderen Berufszweigen können einen viel mehr erfüllen und zurückgeben, was sich auch mit nur halbem Gehalt positiv auf Familie und Freunde auswirkt. Und vielleicht rettet ihr dadurch auch Euer eigenes Leben, sowohl innerlich-psychisch als auch körperlich-materiell.
 
 
Stefan A.
 

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