Offener Brief an Fridays For Future Landshut

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Artikel gewidmet dem Christian Bruhn (26.12.1981 in Bad Muskau- 19.9.2020 im Landkreis Landshut)

Offener Brief an Fridays For Future Ortsgruppe Landshut

 

84032 Altdorf, den 4. Juni 2020

 

Werte Mitglieder der Fridays For Future Landshut-Bewegung,

am Freitag, den 13. März 2020, planten Sie in der Landshuter Altstadt vor der Residenz eine weitere Kundgebung abzuhalten (Die Kundgebung ist von Ihnen wegen des Aufkommens der Coronapandemie kurzfristig abgesagt worden). Sie wollten auf der Demonstration den starken Kohlendioxidausstoss der westlichen Gesellschaft oder die Mobilität auf Basis von Benzin-, Kerosin oder Dieseltreibstoffen rügen, denn aus Ihrer Sicht sind dies, wenn ich mich nicht gänzlich irre, die Hauptgründe für den menschgemachten Klimawandel.

Im Sommer 2019 traf ich ohne vorherige Planung auf eine Ihrer Fridays For Future-Kundgebungen vor dem Landshuter Rathaus, als ich durch die Landshuter Altstadt radelte. Damals hatten Aussenstehende die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen, denn Sie überliessen auch Zuhörern kurzerhand das Mikrophon für Redebeiträge. So hiess ich Ihren Einsatz für eine unzerstörte Natur gut. Ausserdem wies ich darauf hin, dass der Blick auch auf die Vervierfachung der Erdbevölkerung innerhalb der letzten 100 Jahre gerichtet werden sollte. Denn Umweltzerstörung wird vom Menschen verursacht. Ein Mehr an Menschen auf der Erde würde also mehr Naturraumvernichtung, Ressourcenverbrauch, Treibhausgase, Artenausrottung usw. zur Folge haben. Auch zukünftige Übel, die durch die Überbevölkerung der Erdenmenschen zunehmen werden, wurden erwähnt, wie auch eine erdenweite Geburtenregelung, die in ferner Zukunft einmal zum Abbau der Überbevölkerung überstaatlich umgesetzt werden könnte.

Meine etwa zweiminütige Rede fand bei Ihren Mitgliedern und Zuhörern kaum Anklang, denn es herrschte anschliessend Stille und scheinbar Unversicherung angesichts der teils neuen oder vielleicht tabuisierten Thesen und Ausblicke.

So ergriff nach meinem Redebeitrag eine Frau, wahrscheinlich aus dem Organisationsteam und Mutterleitfigur der örtlichen Bewegung, schnell das Mikrophon und kanzelte meine Meinung kurzerhand damit ab, dass die Welt nicht überbevölkert sei, genug für alle da sei und alle Menschen der Erde ernährt werden könnten, woraufhin die meist jugendlichen bis  kindlich-jungen Demonstranten wussten, wie sie zu denken haben und lautstark klatschten.

So wollte ich Ihnen im März die Möglichkeit geben, meine Meinung und die Folgen einer erdenweiten Zunahme der Erdbevölkerung differenzierter und ausführlicher zu erklären. Zuerst sprach ich mit dem Ordnungsamt Landshut inwieweit es erlaubt sei, Broschüren zu der Thematik bei Ihrer Kundgebung interessierten Zuhörern oder Teilnehmern kostenlos auszuhändigen. Als Antwort darauf wurde ich an Sie verwiesen, ich solle dies mit Ihnen abklären.

Aus diesem Grund schrieb ich Ihnen eine E-Mail. Darin bot ich mich auch als Person an, auf Ihrer Kundgebung die Überbevölkerungsmeinung zu vertreten. Wenige Stunden später bekam ich Ihre Antwort (siehe nachfolgende E-Mail). Diese hat mich dann aber doch im Ton und der Respektlosigkeit gegenüber meiner Meinung überrascht. Eine erdenweite Überbevölkerung bezeichnen Sie als rassistische Theorie, obwohl ich von einer Erdenmenschheit als Ganzes ohne Differenzierung, Unterscheidung oder Wertung einzelner Menschen geschrieben habe, die aus meiner Sicht sowieso keine Wertunterschiede haben. Jeder Mensch ist gleich viel wert, egal welcher Hautfarbe, Abstammung, Intelligenz, irgendwelcher Meinung, Sprache usw. usf.

Obwohl damals nur die Beschreibung eines Istzustandes aus meiner Perspektive (erdenweite Überbevölkerung) dargelegt wurde, werde ich, der die Überbevölkerung als gravierendes Problem hält, von Ihnen indirekt bis direkt aufgerufen, Suizid zu begehen, denn so würde wenigstens schon ein Mensch weniger existieren. Ob das von Ihnen innerlich wirklich gewollt ist oder purer Zynismus, kann ich nun wirklich nicht sagen.
Da Suizid eine Form von Mord (an sich selbst ist) und Sie mir diesen aufgrund meiner Überbevölkerungsmeinung nahelegen, stiften Sie zu einer solchen Tat an oder fordern diese öffentlich ein. Nur weil das «Verleiten» zu Suizid in der BRD noch keine Straftat ist, ist es schwer einen Staatsanwalt zu finden, der Ihnen §26 StGB (Anstiftung) oder §111 StGB (Öffentliche Aufforderung zu Straftaten) zur Last legen kann. §217 StGB (Geschäftsmässige Förderung der Selbsttötung) bezieht sich leider nur auf eine geschäftsmässige Förderung der Selbsttötung. In anderen Ländern wie Österreich ist das unentgeltmässige Verleiten zum Suizid richtigerweise als Straftatbestand in das Gesetzbuch aufgenommen §78 StGB und wird mit 6 Monaten bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Auch in der Schweiz gibt es den entsprechenden Straftatsbestand , der mit dem §115 StGB die Verleitung zum Suizid aufgreift und der mit bis zu 5 Jahren Haft geahndet wird. In Deutschand sind aktuell Bestrebungen im Gange, diese Verleitungen mittels spezifischer Paragraphen zu konkretisieren und strafbar zu machen. In den USA ist im Jahre 2017 eine Frau (bei einem zugegeben krasseren Fall) zu 15 Monaten Haft verurteilt worden, weil sie ihren Freund mit SMS wiederholt zum Suizid, der vollendet wurde, verleitet hat.

Anstatt von einer erdenweiten, gerechten und humanen Geburtenregelung auszugehen, mit der eine Überbevölkerung abgebaut werden kann, kommen Ihnen zuerst «grausam(e)» Methoden mit Selbsttötungsphantasien in den Sinn. Eine Geburtenregelung oder den Kampf gegen die Überbevölkerung mit Mord, Krieg und Selbstmord inVerbindung zu bringen, ist einerseits erschreckend, menschenverachtend und höchst unwürdig, andererseits nicht zweckdienlich. Überbevölkerung mit Morden resp. Kriegen zu lösen ist für jeden im Verstand gesunden Menschen keine akzeptable Lösung. Solche Aussagen können als Kapitulation gegenüber dem Thema Überbevölkerung entlarvt werden. Es ist wirklich bedauerlich, dass Ihre Sätze von manchen Menschen, insbesondere Depressiven, als suizidförderndes Verhalten, Anstiftung zum Suizid, als menschenverachtende, herabwürdigende Worte oder als Hassrede erfühlt werden könnten. Der Smiley und die Abschlussfloskel «lebensfreundliche Grüße» sind in Anbetracht Ihrer vorhergehenden Worte nur noch das i-Tüpfelchen der Geschmacklosigkeit.

Leider war Ihre Fridays For Future-Bewegung ursprünglich eine kleine, authentische und neutrale Bewegung. Nun ist sie eine ideologisch und politisch eingefärbte und unterwanderte Massenveranstaltung, die kaum mehr etwas mit der neutralen Wahrheit, Realität oder Wissenschaft zu tun hat. Fridays For Future ist aufgrund ihrer grossen Teilnehmerzahl nun ein Mittel resp. ein Gefährt zur Selbstdarstellung von Menschen mit Karriere- und Machtambitionen geworden. Denn in Ihren Reihen agieren auch Politiker und Mitglieder nicht als Privatpersonen, sondern mit ihren Wahlprogrammen. Dies geschieht alles auf Kosten von Mensch, Flora, Fauna und auf Kosten des Planeten. Denn wie bei einer Religion werden Ursachen wie die der erdenweiten Überbevölkerung und des exponentiellen Anstiegs der Erdbevölkerung zensiert oder verlogen. Aus diesem Grund wird auch eine Lösung der Umweltproblematiken unterbunden.

Mit freundlichen Grüssen, Stefan Anderl

 

Anmerkung: Sollten Sie stark depressive Gedanken und Gefühlsneigungen haben, kann Ihnen u.a. über die Telefonseelsorge geholfen werden. Hilfe finden Sie bei kostenlosen und anonymen Telefonnummern wie 0800-1110111 oder 0800 3344533.

 

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